Die Virtual-Reality-Technologie erlebte Anfang der 2010er Jahre durch die Videospielindustrie einen rasanten Aufstieg. Sie ermöglichte den Spielern sich in einer anderen Welt zu verlieren und mehr denn je mit dem Spiel zu interagieren. Ein Prinzip, aus dem auch der aktuelle Schulunterricht Profit ziehen könnte.

 

Ergänzung des klassischen Unterrichts

Die Art und Weise, wie Schüler lernen, ist seit langem unverändert. Der faktenbasierte Frontalunterricht, das Lernen mit klassischen Lehrmaterialien und das anschließende Schreiben von Klausuren – die klassischen Bestandteile des traditionellen Lernens. Das Interesse vieler Schüler am aktuellen Schulunterricht ist dadurch gering. Fehlende Motivation statt Spaß ist die Folge.

Virtual Reality kann verschiedene Möglichkeiten bieten, den traditionellen Unterricht zu ergänzen. So liefert VR eine immersivere und interaktivere Erfahrung als herkömmliche 2D-Inhalte, mit denen sich Schüler sonst im Schulunterricht beschäftigen würden. Stattdessen können Sie Unterrichtsinhalte in verschiedenen Umgebungen oder sogar Zeiträumen erkunden. Schwierige chemische Experimente können durchgeführt werden, ohne die eigene Gesundheit zu gefährden. Schüler haben die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Dingen interagieren zu können, anstatt sie nur zu sehen. Sie erleben Situationen, in die sie im wirklichen Leben vielleicht nie gelangen würden.

Mehrwert für Schüler und Schulen

Mit der Einführung der virtuellen Realität im Klassenzimmer gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie diese Technologie den Schülern beim Lernen helfen wird.

Learning by Doing: Die Forschung hat gezeigt, dass unser Verständnis einer Sache, die wir erleben, gestärkt und vertieft wird und dass wir mehr von dem, was wir lernen, behalten, wenn wir es tun.

Emotionale Reaktionen: Experten haben festgestellt, dass emotionale Reaktionen zu einprägsameren Lernerfahrungen führen. Emotional getriebene Lerninhalte werden auf diese Weise besser erinnert.

Verbessertes Verständnis: Das Lernen mit visuellen Elementen führt zu einem besseren Verständnis der Lerninhalte. Beispielsweise sind chemische Prozesse verwirrend und theoretisch schwer zu verstehen. Wenn Schüler jedoch hautnah einen solchen Prozess in der Praxis erleben, können sie diesen in seiner Komplexität besser verstehen.

Kreative Entwicklung: Zudem kann der Schüler seine Kreativität sowohl durch selbstständiges Handeln als auch durch die Suche nach neuen Ideen weiterentwickeln.

Auch die Schulen profitieren vom Einsatz von VR. Neben den bereits beschriebenen verbessertem Lernerfolg der Schüler, werden viele weitere Türen geöffnet und unzählige Möglichkeiten für den Schulunterricht geboten. Nicht mögliche Exkursionen sind nun mit virtueller Technik möglich. Immersive Virtual-Reality-Erlebnisse wie Führungen durch politische Institutionen oder Reise zum Mond und Mars stehen nichts im Wege. Für den naturwissenschaftlichen Unterricht benötigt man kein Labor mehr. Für Experimente reicht allein eine Virtual-Reality Brille.

 

 

 

Blick in die Zukunft

Fest steht: Virtual Reality bietet einen klaren Mehrwert für den gesamten Schulunterricht. Die bereits vorhandenen Möglichkeiten zeigen das Potenzial der jungen Technologie. Die zukünftigen Möglichkeiten sind noch nicht absehbar und werden wahrscheinlich ins Unvorstellbare reichen. Auch wenn die Zukunft ungewiss ist, ist eines sicher: Virtual Reality wird bleiben und die Bildung prägen.